Marijke Amado ist die niederländische Moderatorin, die mit der „Mini Playback Show“ zur Ikone des deutschen Fernsehens der Neunzigerjahre wurde und bis heute als Entertainerin, Autorin und Umweltaktivistin aktiv ist. Geboren am 1. Februar 1954 in Tilburg als Maria Henrica Elisabeth Verbraak, blickt die gebürtige Niederländerin auf eine Karriere zurück, die von Abenteuern in Westafrika bis zu Kreuzfahrten in die Antarktis reicht. Wer heute nach ihrem Namen sucht, stößt auf eine Frau, die private Rückschläge öffentlich gemacht hat, ohne sich davon unterkriegen zu lassen.

Vom Reiseleiter-Job zur Fernsehkarriere: Die frühen Jahre von Marijke Amado

Bevor an Fernsehstudios überhaupt zu denken war, arbeitete die junge Niederländerin 1974 als Reiseleiterin für den Veranstalter Neckermann an der Costa Brava. Drei Hotels, zu wenig Betten, dafür jede Woche 70 Gäste zu viel – improvisiert wurde in einer kleinen Stierkampfarena, in der sie launische Urlauber in gute Stimmung verwandelte. Genau dort, sagt sie selbst, seien ihre ersten Unterhaltungsqualitäten entstanden.

Westafrika-Kapitel: Senegal, Mali und eine Geburtsstation mit ihrem Namen

Danach führte ihr Weg zu den ersten Aldiana-Clubs in Westafrika. Im Senegal übernahm sie Aufgaben von der Personalsuche bis zur Schweine- und Rinderzucht und organisierte gleichzeitig Rundreisen durch Mali, Senegal und Gambia – als erste Frau, die überhaupt Gruppen nach Mali begleitete. Für ihren Einsatz erhielt sie vom senegalesischen Präsidenten die Auszeichnung „Le Lion d’Or du Sénégal“ und wurde Ehrenbürgerin von Joal-Fadiouth, dem Geburtsort von Präsident Senghor. Bis heute trägt eine von der UNESCO betreute Geburtsstation in der Stadt ihren Namen.

Vom Kreuzfahrtschiff in die Antarktis

1977 heuerte sie als Hauptanimateurin und Assistentin des Cruise-Directors auf der „World Discoverer“ an. Anderthalb Jahre lang begleitete sie 250 deutsche Gäste bis in die Antarktis und entlang der südamerikanischen Küste, vom Amazonas bis zu den Galapagos-Inseln – sämtliche Rundreisen führte sie persönlich.

Der große Durchbruch: WWF Club und die Mini Playback Show

1978 entdeckte sie ausgerechnet ein anderer Niederländer: Rudi Carrell holte sie als Assistentin für seine Sendung „Am laufenden Band“ ins deutsche Fernsehen. Von dort ging es steil nach oben. Zwischen 1980 und 1990 moderierte sie an der Seite von Jürgen von der Lippe den „WWF Club“ beim WDR, bevor sie mit der Mini Playback Show endgültig zur Kultfigur avancierte.

Zwischen 1990 und 1998 schickte sie mit ihrem unverkennbaren holländischen Akzent tausende Kinder in die „Zauberkugel“, in der diese ihre Musikidole per Lippensynchronisation nachahmten. Mit 40 Jahren musste sie den Job dennoch aufgeben – der Grund waren, wie sie später offen erzählte, die ersten Fältchen: „Verschwinde“, hieß es damals am Set.

JahrStation
1974Reiseleiterin für Neckermann, Costa Brava
1977Animateurin auf der „World Discoverer“ (Antarktis, Südamerika)
1978Assistentin von Rudi Carrell
1980–1990Moderation „WWF Club“, WDR
1990–1998Marijke Amado moderiert die „Mini Playback Show“
2016–2024„Wer weiß denn sowas?“
2019–2024„Riverboat“
2026Teilnahme bei „Die Verräter“

Zwischen Kochshows und Kuppelshows: Die Fernseh-Vielseitigkeit nach der Playback-Ära

Nach dem Ende der Mini Playback Show verschwand sie keineswegs von den Bildschirmen. Sie war Gast oder Co-Moderatorin bei Formaten wie „Alfredissimo“, „Zimmer frei!“, „Blond am Freitag“, „Planet Wissen“, „Kachelmanns Spätausgabe“, „Das perfekte Promi-Dinner“, „Volle Kanne“, „Lafer!Lichter!Lecker!“, „Samstag Abend“, „Weck Up“ und „Das NRW-Duell“. Parallel entwickelte sie eigene Formate wie „Amado – der Talk“ und „Amado und Antwerpes“.

Die jüngeren TV-Auftritte: Vom Quiz bis zum Verräter-Schloss

In den vergangenen Jahren zeigte sie sich regelmäßig bei „Wer weiß denn sowas?“ (2016–2024, sechs Folgen), „Riverboat“ (2019–2024, drei Folgen) und „Das große Promibacken“ (2019–2022, sieben Folgen). 2026 zog sie sogar ins Schloss der Realityshow „Die Verräter“ ein – ein Format, das ihre Fähigkeit unter Beweis stellte, auch mit über 70 noch unerschrocken vor die Kamera zu treten.

Private Abgründe: Häusliche Gewalt und ein Heiratsschwindler

Hinter der fröhlichen Fassade der Fernsehfrau standen jahrelang schwere private Krisen. In einem Interview berichtete sie offen, von Partnern geschlagen worden zu sein: „Mein Körper war blau“, beschrieb sie die Erfahrung häuslicher Gewalt. Ihr Buch „Mr. Bink – Vom Traummann zum Albtraum“ (Riva Verlag) verarbeitet eine weitere bittere Episode: die Begegnung mit einem Heiratsschwindler, der sie finanziell und emotional ausnutzte.

Ein Leben ohne Fassade

Auch das Familienleben blieb nicht ohne Härten. Gemeinsam mit ihrem Sohn Kay sprach sie bei RTL über drogensüchtige Nannys und eine Zeitspanne, in der die Familie zeitweise mit Bodyguard leben musste. Statt diese Kapitel zu verschweigen, macht sie sie zum Teil ihrer öffentlichen Geschichte – ein direkter, unaufgeregter Umgang mit dem eigenen Leben.

Marijke Amado heute: Zwischen Belgien, Bühne und YouTube-Kanal

Ihren Wohnsitz hat sie im belgischen Lanaken, nicht weit von der niederländischen Grenze. Während des Lockdowns startete sie ihren eigenen YouTube-Kanal „Noch alle Tassen im Schrank!?“, um – allein lebend – ein Stück Welt zu sich nach Hause zu holen. Nebenbei engagiert sie sich als Umweltschützerin und tritt weiterhin bei kulturellen Großereignissen auf, etwa bei der Premiere der Nibelungenfestspiele Worms 2026.

Kurzprofil:

MerkmalAngabe
GeburtsnameMaria Henrica Elisabeth Verbraak
Geburtstag1. Februar 1954
GeburtsortTilburg, Niederlande
Größe163 cm
Familienstandgeschieden
SternzeichenWassermann
WohnortLanaken, Belgien

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Wie alt ist Marijke Amado?

Marijke Amado wurde am 1. Februar 1954 in Tilburg geboren und ist damit 72 Jahre alt.

Wo lebt Marijke Amado heute?

Sie lebt im belgischen Lanaken, nahe der niederländischen Grenze, und ist weiterhin regelmäßig im deutschen Fernsehen sowie mit einem eigenen YouTube-Kanal aktiv.

Warum musste Marijke Amado die Mini Playback Show verlassen?

Mit 40 Jahren wurde ihr laut eigener Aussage aufgrund erster Fältchen nahegelegt, den Job aufzugeben – ein Fall von Altersdiskriminierung im Fernsehgeschäft.

Hat Marijke Amado Kinder?

Ja, sie hat einen Sohn namens Kay, mit dem sie unter anderem öffentlich über schwierige Familienphasen gesprochen hat.

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